TRUCK SPORT
TRUCK MAGAZIN

TruckRace
Saisonstart – 2002 –

Lang erwartet und doch sind die Gefühle gemischt

Ausführliche und aktuelle Informationen sind rar

Selten war ein Saisonstart mit so viel Spannung erwartet worden, wie der diesjährige. Mit dem Ausstieg der beiden großen LKW-Hersteller Mercedes und MAN, aber auch dem „Teilrückzug“ der großen Lieferanten wie Continental und ZF als Seriensponsor, sind die Informationsquellen zu Beginn der Saison doch rar geworden.

Renault Premium SuperRaceTruck –
French Power by Team Aravi

Sorgten noch letztes Jahr professionelle PR-Abteilungen der beiden deutschen Truckschmieden, des Getriebelieferanten und Seriensponsors ZF sowie letztlich die Dachorganisation INTRO für schnelle und hervorragende Informationen, so müssen dieses Jahr die Teams in Eigenregie dafür gerade stehen, dass ihr Team und letztlich TruckRace vermarktet werden. Doch sie sind nicht ganz alleine. Da gibt es engagierte Profis und Semiprofis, die tolle teamübergreifende Informationen zum TruckRace bieten. Beispielhaft seien die guten Internetseiten www.truckracing.de (siehe auch Seite 29) genannt. Letztere seit kurzem sogar in englischer Sprache. Bleibt zu hoffen, dass sich im Laufe des Jahres bei den Informationsquellen noch mehr zum Positiven entwickelt, der Sport hat es verdient.

Trotz Saisonstart – Professionelles TruckRacing kämpft um die Zukunft

Mit dem Ausstieg der Werke und großer Seriensponsoren ist die Luft bei den beteiligten Teams zum Teil recht dünn geworden. Mit dem Rückzug der Hersteller ist auch deren Unterstützung für die Teams deutlich zurückgegangen. Ähnlich sieht die Situation bei den Reifen aus. Continental liefert zwar noch, doch in dieser Saison müssen die Rennreifen teuer bezahlt werden. Zudem gestaltete sich die Sponsorensuche bei einigen Teams recht schwierig. Zusammengestrichene Budgets und die unübersichtliche Situation zu Beginn des Jahres waren das Problem. Aufgrund unklarer Marketingstrukturen dümpelt TruckRacing zur Zeit leider nur vor sich hin. Dabei handelt es sich um ein hervorragendes „Produkt“ mit guten Wachstumschancen. Insider sind sich sicher, dass 2002 ein sehr wichtiges Jahr für diese europäische Motorsportserie ist. Es geht schlicht ums Überleben in der Profiliga des TruckRacing. Ob es klappt, hängt in großem Maße von den Beteiligten selbst ab. Die Fans können leider nur abwarten. An ihrer Treue und Unterstützung hat es dem Sport nie gemangelt.

Unmittelbar vor dem
Saisonstart gab es noch viele offene Fragen


Sehr viele Fragen waren vor dem ersten Aufeinandertreffen der Rennboliden noch offen. Würden zum Saisonstart alle Renntrucks fertig sein? Die ersten Rennen zur britischen und französischen und spanischen Meisterschaft boten einen ersten Anhaltpunkt. Da zeigte sich, dass die britische Katze des Chris Hodge ihre Krallen ordentlich geschärft hatte. Der Ex-Löwenbändiger Antonio Albacete hatte allen Grund zur Freude, da er beim ersten lokalen Lauf mehrfach ganz oben auf dem Siegertreppchen Platz nehmen durfte. Erfreuliche Nachrichten waren auch aus dem Buggyra-Lager zu hören. Das Motorenproblem scheint gelöst zu sein. Auch das offizielle Tatra-Werksteam mit Stan Matejovsky und die französische Aravi-Renault-Truppe um Philippe Arlaud zeigten sich zuversichtlich.

Der tschechische LKW-Hersteller Tatra wurde dieses Jahr, – TRUCK-MAGAZIN berichtete – von einer amerikanischen Investorengruppe aufgekauft. Mit dem entsprechenden Kleingeld im Rücken könnte dem Tatra Werksteam ein großer Sprung nach vorne gelingen.

Lediglich von dem Müller-Team war im Vorfeld so gut wie nichts zu erfahren. Bekanntlich wurde die Kooperation zwischen dem Schweitzer Team Müller und Tatra im April beendet. Auch der neue Hauptsponsor der beiden Müller Trucks „Deutsche Post World Net“ hielt sich bedeckt. Hinsichtlich der Piloten sollte das Team mit dem Vizemeister 2001 (Bösinger) und dem Zweiten des Jahres 1999 (Ferté) ganz gut bestückt sein. Da auch Teamchef Peter A. Müller ein Vollprofi ist, dürfen wir gespannt sein.

MAN dominiert (quantitativ) zu Saisonbeginn bei den RaceTrucks

Bei den RaceTrucks deutet sich eine starke MAN-Dominanz an. Bis zu sechs Teams vertrauen den Trucks aus Bayern. Darunter die ersten drei der Saison 2001.

Bekanntester Neueinsteiger bei MAN ist das britische Atkins-Team mit dem Hauptsponsor Castrol. Wie bereits berichtet hat Steve Parrish seinen Helm an den berühmten Nagel gehängt. Sein Nachfolger im Team ist Terry Rymer, ein Neueinsteiger beim TruckRace. Bleibt zu hoffen, dass die Nicht-MAN-Teams auch potente Fahrzeuge auf die Beine gestellt haben. Dem Caterpillar-befeuerten Foden von Ross Garrett dürfte die ein oder andere Überraschung gelingen.

Den Engländern gelang es dank großer Sponsorenunterstützung, so unter anderem von Euro Shell, ein auch äußerlich beeindruckendes Fahrzeug aufzubauen. Bei dem Caterpillar-Motor soll es sich um eine abgespeckte Version des bärenstarken SuperRaceTruck Motors des Chris Hodge Truck Racing Teams handeln.

Der französische LKW-Hersteller Renault ist mit drei Fahrzeugen in der RaceTruck Klasse vertreten. Speerspitze wird der bekannte Haudegen Frankie Vojtisek sein, der auf Unterstützung der tschechischen Renault Trucks CR bauen kann.

wast

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